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Fussball: Ein beidseitiger Glücksfall

Hauptsache gewinnen, heißt es häufig im Fußball. Eine gern genutzte Floskel, die wohl irgendwo ganz oben im Duden der schönsten Nebensache der Welt steht. Doch was bringt es, bei einem großen Verein zu spielen oder an der Tabellenspitze zu stehen, wenn die Freude am Ballsport verloren gegangen ist? Verschiedenste Gründe können dazu führen. Unstimmigkeiten innerhalb der Mannschaft, fehlende Leidenschaft, aber auch zwischenmenschliche Probleme, etwa mit Trainern. Eine solche Erfahrung musste Fußball-Ass der Woche Plaumann in seiner Vergangenheit machen. Nachdem er von den B-Junioren seines Heimatvereins Mötzingen nach Nagold gewechselt war, wurde ihm im Laufe der Zeit von den Verantwortlichen nie eine wirkliche Chance gegeben. „Wir waren dort einfach nicht auf einer Wellenlänge“, erinnert sich Plaumann. Nach etwa fünf Jahren war es dann an der Zeit, die Koffer zu packen und nach einem neuen Verein Ausschau zu halten. Für die Sportfreunde aus Salzstetten war dies ein absoluter Glücksfall. Gemeinsam mit dem heutigen SFS-Coach Marc Bühler wechselte Plaumann also zu den Sportfreunden an den Wolfäcker. Es folgten mehr Einsatzzeiten, mehr Verantwortung - und in erster Linie wieder mehr Spaß, gegen das Rund zu treten. „Man kann schon sagen, dass das meine fußballerische Rettung war“, sagt Plaumann jetzt. Mit Salzstetten durchlebte er eine durchwachsene Corona-Saison 2019/20, bevor die SFS ein Jahr später ganz oben angriffen und die zweite Runde während der Pandemie auf Rang zwei beendeten. In der Zwischenzeit hatte Plaumann auch seinen Bruder Henrik zu den SFS gelotst, der sich in Nagold in einer ähnlichen Situation befand. „Außerdem wollten wir schon immer zusammenspielen. Da war klar, dass ich ihn zu uns hole“, erklärt Plaumann, der den Transfer sogar - wenn auch schmunzelnd - als größte Errungenschaft seiner Karriere bezeichnet. Gemeinsam ließen die Brüder im Mannschaftsverbund jüngst Rang vier folgen. In der aktuellen Saison läuft es in Salzstetten nicht ganz so gut, auf einen Sieg folgt immer wieder eine Niederlage. „Das liegt häufig einfach daran, dass viele Mitspieler auch zwischen Spät- und Frühschicht wechseln und wir dann eben in der einen Woche immer nur etwa zehn Spieler im Training haben“, erklärt Plaumann. Am vergangenen Samstag gelang den Salzstettern nach der 1:2-Niederlage gegen Baiersbronn aber ein sehr überzeugender 2:0-Erfolg über Gündringen. Mittendrin? Plaumann, der laut SFS-Sprecher Matthäus Stasch „hinten die Abwehr komplett zusammengehalten und wie ein Blöder geackert hat.“ Auch seine weiteren Stärken konnte Plaumann einbringen. Mit guten Ideen im Spielaufbau und durchdachtem Stellungsspiel gegen Ball half er, den Sieg zu verteidigen. Darüber hinaus sorgte er sogar vorne für Akzente: Plaumann erzielte seinen bereits dritten Saisontreffer und belohnte sich damit für seinen Einsatz. Durch das Tor ist der Innenverteidiger gleichsam drittbester Torschütze der SFS. Und auch, wenn er ab und an lieber zu früh als zu spät zur Grätsche ansetzt, wissen seine Mitspieler, was sie an ihm haben: Einen Führungsspieler, der gerne Verantwortung für die Mannschaft übernimmt - und noch weitere Ziele hat. „Ich würde schon noch einmal gerne eine Liga höher spielen“, erzählt Plaumann. Ein Wechsel komme aber nicht infrage. „Natürlich nur mit Salzstetten“, bestätigt der 1,80-Meter große Defensivspezialist. Jetzt sei es aber erstmal wichtig, die Inkonstanz abzulegen, sich im oberen Tabellendrittel festzusetzen - und vor allen Dingen den Spaß am Fußball weiterhin aufrechtzuerhalten.

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Veröffentlichung

Mi, 23. November 2022

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