Fussball: Der Kapitän ist zurück
Wer einen Blick auf die Tabelle der laufenden Saison in der Kreisliga A3 wirft, erkennt schnell die Dominanz der Sportfreunde Salzstetten. Zwölf Siege, ein Unentschieden und bereits neun Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger TSV Haiterbach sprechen eine deutliche Sprache – es ist eine echte Machtdemonstration.
Mit einer Mischung aus Stolz und persönlicher Frustration erlebt Kapitän Moritz Plaumann diesen Höhenflug. Der 28-jährige Abwehrchef bleibt das personifizierte Rückgrat der Mannschaft, auch wenn er in dieser Spielzeit bislang nur sechs Einsätze absolvieren konnte.
„Leider konnte ich nicht viel mitwirken. Ich hatte diese Saison so wenig Einsätze wie noch nie“, gesteht Plaumann offen. Nach seinem Urlaub zu Saisonbeginn wurde er durch eine schwere Verletzung ausgebremst. Eine folgenschwere Trainingsaktion, bei der er von einem Mitspieler umgegrätscht wurde, markierte den Beginn einer Leidenszeit, die ihn nahezu die gesamte Hinrunde kostete (siehe Infobox).
Der 1,80 Meter große Innenverteidiger erhielt seine fußballerische Ausbildung beim TuS Metzingen und beim VfL Nagold. Beruflich ist der gebürtige Böblinger als Metallbau-Meister in einer kleinen Schlosserei in Nagold tätig – ein Handwerk, das Präzision und Belastbarkeit verlangt. Eigenschaften, die sich auch in seinem Kapitänsamt widerspiegeln.
„Mein Führungsstil ist über Leistung. Ich gehe immer voran – im Training und im Spiel“, beschreibt Plaumann seinen Anspruch.
Dass die Mannschaft trotz seines Ausfalls und der längeren Abwesenheit von Vizekapitän Ralf Wuzik so stabil geblieben ist, erfüllt ihn mit großem Stolz. „Ich fand es schon eine starke Leistung. Trotz vieler Verletzungen und urlaubsbedingter Ausfälle hat die Mannschaft immer zusammengehalten und das Beste daraus gemacht“, lobt er die Tiefe und Mentalität des Kaders.
Wille und Kampfgeist als Erfolgsfaktoren
Für Plaumann liegt der Schlüssel zum Erfolg vor allem in der Einsatzbereitschaft – gerade in einer Liga, die andere Gesetze kennt als die Bezirksliga.
„In der Kreisliga kann man mit Willen und Kampfgeist mehr erreichen, als man denkt. Die Bezirksliga ist spielerischer, hier ist der Zweikampfwille entscheidend“, analysiert der Kapitän die Unterschiede.
Genau diesen Willen braucht die Mannschaft auch, um das Trauma des letztjährigen Abstiegs endgültig hinter sich zu lassen. Für Plaumann war der Gang aus der Bezirksliga der schwerste Moment seiner Zeit bei den Sportfreunden, seit er 2019 gemeinsam mit Mittelfeldspieler Marc Bühler nach Salzstetten wechselte.
„Mit 40 Punkten abzusteigen, ist extrem bitter. Es war von Anfang an klar, dass viele Mannschaften runter müssen. Es gab keinen einzelnen Schockmoment – der Abstieg war ein schleichender Prozess“, blickt er zurück.
Umso größer ist nun der Hunger auf die Rückkehr. Die Stimmung in der Kabine sei hervorragend – nicht zuletzt, weil mittlerweile auch sein Bruder im Team spielt und viele enge Freunde Teil der Mannschaft sind. Nach dem Gewinn des Steinachpokals, einem seiner bisherigen Highlights im Trikot der Sportfreunde, soll nun der ganz große Wurf folgen.
Die Zielsetzung für die Rückrunde lässt keinen Raum für Interpretation: Plaumann will nicht nur den Aufstieg, sondern eine ungeschlagene Saison. Ein ambitioniertes Vorhaben, das gleich zum Auftakt gegen den TSV Haiterbach auf die Probe gestellt wird – jenem Team, das den Sportfreunden in der Hinrunde beim einzigen Unentschieden Punkte abknöpfen konnte.
„Haiterbach war schon beim letzten Mal kein Selbstläufer. Ein Spaziergang wird das Rematch sicher nicht. Dafür muss jeder weiter Gas geben“, mahnt der Kapitän.
Seit kurzem steht Plaumann wieder auf dem Trainingsplatz und brennt darauf, auch auf dem Feld wieder voranzugehen. Gibt der Abwehrchef in der Defensive bald wieder die Marschroute vor, rückt der Traum von der perfekten Saison für die Sportfreunde Salzstetten ein gutes Stück näher.



